Ich kann nur sagen, ihr habt echt was verpasst. Ein großartiger Abend des Stumpfsinns war das! Und jetzt noch mal ein bisschen geordneter...
Letzen Donnerstag war ich mit meinem Mitbewohner zu Alf Ator im Engel 07. Für die Leute, die Alf Ator nicht kennen: Das ist einer von denen, die mal Knorkator waren (auch HighMudLeader, aber das spielt hier jetzt nicht ins Gewicht :D ). Für die Leute, die Knorkator nicht kennen: Das ist echt schade! Hier ein Beispiel ihrer großartigen Musik, mehr auf Anfrage (im Bild zu sehen ist übrigens besagter Herr Ator).
Tja. Bei dem war ich halt. Allerdings war der alleine, also keine Band, und wir wussten beide nicht so recht, was uns da erwarten würde... Aber für 5 Euro war das auf jeden Fall nicht verkehrt! Dort angekommen präsentierte sich der Keller in dem das Lokal ist, mit einer kleinen Bühne (ca. 2x3 m²). Diese war hauptsächlich durch einen Overheadprojektor und einen Tisch mit Requisiten voll. Die ganze Sache wurde noch geheimnisvoller!
Gegen 20Uhr erscheint Herr Ator aus einem Seitenraum, schleicht sich einmal um die Bühne rum und guckt aus dem Schatten verstohlen ins Publikum. Als es still wird und die Bühnenbeleuchtung eingestellt ist, betätigt er ein paar Knöpfe an seinem Laptop und die Show beginnt! - Doch was ist das? Künstliche, hölzerne Schritte tönen aus den Lautsprechern. Diese Geräusche können unmögliche von den Badelatschen von A. auf dem metallenen Fußboden kommen! Jetzt steht er mittig auf der Bühne mit einer weißen Robe bekleidet und beginnt zu sprechen - naja, es kommt seine Stimme aus den Lautsprechern und er bewegt seinen Mund... sicherlich hat er das irgendwann mal gesprochen, aber synchron ist das zumindest nicht...
Doch die Antwort auf die Frage, die sich sicherlich alle in der ein oder anderen Form gestellt haben, folgt prompt. Warum Playback? Ich zitiere sinngemäß: "Dann brauch ich mir keine komplizierten Texte zu merken, und es fällt auch keinem auf, wenn ich die ganze Sache sturzbetrunken mache." hm, jo... "Ich kann mit verschiedenen Stimmen arbeiten [er führt es vor] und Effekte einbauen [dito]." Ja, gut, hat seine Vorteile. Immerhin scheint er das Ganze alleine zu machen... "Klar ist das ganze dann nicht immer synchron, aber das macht es doch nur noch komischer!" Das Publikum stimmt zu. "Und außerdem: Für das popelige Geld mach' ich mir doch nicht mehr Mühe, als es sein muss! Sie! [deutet auf eine Person im Publikum] Was haben Sie denn beispielsweise für den heutigen Abend bezahlt? [A. verlässt die Bühne und geht auf den Zuschauer zu, hält ein Microphon in der Hand. Der Zuschauer überlegt und als er das Microphon vor der Nase hat, ertönt die verstellte Stimme von A.:]
Tjoa, ich bin minderjährig und Student. Ich bin aus gesundheitlichen Gründen im Frühruhestand, habe einen Presseausweis und kenne den Veranstalter: Ich hab' nix bezahlt!
[Wieder A.:] Sehen Sie!" Tja, zumindest wussten wir nun, worauf wir uns eingelassen hatten. Und das er an dem Abend nicht so wirklich viel verdient hat, glaub ich ihm aufs Wort - es waren nur ca. 30 Leute da!
Das zweistündige Abendprogramm gestaltete sich aber recht abwechslungsreich. Auch war es nicht komplett vom Band. Nach jeder Nummer konsultierte A. seinen Laptop und entschied über die nächste Nummer.
Das Programm bestand also aus Playback- und Live-Nummern. Für die Nummern vom Band hat er sich meist Statisten aus dem Publikum geholt (auch das wurde mit Stimme vom Band erledigt). Diese hatten dann die Aufgabe, auf Zeichen die Lippen zum Text zu bewegen und nach Belieben zu gestikulieren. Teilweise wurde auch eine Band mit Zuschauern besetzt und großartige Knorkator-Klassiker wie "Besondrer Mann" zum Besten gegeben.
Die Live-Nummern (aber auch einige der anderen) wurden meist durch Bilder auf dem Projektor untermalt - also quasi optisch untermalt! Mir ist noch nicht eingefallen, woher ich den Zeichenstil kenne (außer vllt aus dem Booklet des einen Knorkator Albums, das ich besitze). Dieses waren dann vorgetragene Gedichte - womit sich Ator übrigens doch selbst widerspricht, denn als einfach würde ich diese Texte nicht bezeichnen! - oder einfache Schabernack wie illustrierte Wortspiele der obersten Sumpf-Güteklasse.
Auch die tosenden Forderungen nach Zugaben hat er sehr elegant gemeister und in immer leiser werden Wiederholungen eines endlosen Gedichtes (ja, das geht!) verlässt der Künstler begleitet vom Applaus seines treuen Publikums den Saal.
Ja, es ist nicht jedermanns Sache, aber ich würds auf jeden Fall wieder tun! Aber wer weiss, vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr schon wieder neues von Knorkator zu hören... man hört das sowas munkeln...
So, und nun zurück zum Ernst des Lebens... gehabt euch wohl, wertes Volk, auf bald!
MfG
ich
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Montag, 29. November 2010
Donnerstag, 15. Juli 2010
Ein Fahrradumfall!
Ja, genau: ein Umfall. Ich bin umgefallen. Mit dem Fahrrad. Bei voller Fahrt. Oder, um es für mich vorteilhafter auszudrücken - äh, nein, ich glaube, das geht hierbei nicht.
Schuld waren unvorteilhaft verlegte Straßenbahnschienen und ein zu spitzer Querungswinkel. Nicht Schuld waren ein nicht 100%ig nüchterner Gemütszustand und mangelnde Aufmerksamkeit. Mein Arm und Bein können nun bezeugen, dass Asphalt, der sich schnell an einem vorbeischiebt, sehr unangenehm werden kann, wenn man ihn abrupt anhalten möchte.
... aber dennnoch hat sich Bolle ... naja, ihr wisst schon ;)
Schuld waren unvorteilhaft verlegte Straßenbahnschienen und ein zu spitzer Querungswinkel. Nicht Schuld waren ein nicht 100%ig nüchterner Gemütszustand und mangelnde Aufmerksamkeit. Mein Arm und Bein können nun bezeugen, dass Asphalt, der sich schnell an einem vorbeischiebt, sehr unangenehm werden kann, wenn man ihn abrupt anhalten möchte.
... aber dennnoch hat sich Bolle ... naja, ihr wisst schon ;)
Samstag, 17. April 2010
Aw, viel schöner als Gold !
Hm, ich möchte so viel dazu sagen, aber irgendwie fällt mir, jetzt wo es ans Schreiben geht, nicht mehr so wirklich viel ein ... Ich probiers einfach mal der Reihe nach:
Ich hatte einen wirklich schönen Abend. Heute. Also gestern. Freitag jedenfalls.
Nach einer kurzen Anfrage bei B war ich bei T und habe dort alt bekannte, verwandte, lange nicht gesehene und auch (vermeintlich) neue Leute getroffen. Das war schonmal wirklich schön. (Ich möchte jetzt nicht "nett" sagen, weil das gerne auch negativ aufgefasst wird, was es aber defakto nicht war)
Als in dieser Runde O B überredet hatte, wieder gen Heimat zu fahren, stellte ich fest, der letzte Gast unter den verbleibenden zu sein, und beschloss daher, mich O und B ein Stück weit anzuschließen und dann der Glocksee noch einen Besuch abzustatten. Ich musste dann zwar alleine dort hingehen, aber das sollte ja nicht das Problem darstellen!
Tatsächlich hat es auch von der entsprechenden Bahnstation aus keine hundert Meter gebraucht, dass ich mich bei einer Gruppe ins Gespräch einbinden konnte, um fortan bei dieser mitzugehen.
[Einschub: Manche Leute wissen ja, dass ich auch gerne mal neue Leute kennenlerne. So machte es - unter dem Vorsatz, eben jenes zu tun - auch nichts weiter aus, gänzlich alleine zu dieser Abendveranstaltung zu gehen.]
Als wir dann jedoch im Einzugsbereich des Eingangs ankamen, teilte ich meiner gefundenen Gruppe mit, dass ich mich nun wohl oder übel wieder von ihnen trennen müsse, da meine Barschaft nicht für den Einlass des Abends reiche. Daraufhin habe ich von diesen Menschen tatsächlich die fehlenden fünf halben Euros geschenkt bekommen, um weiter mitkommen zu können. ("Viel schöner als Gold!" ;) )
Drinnen stellte man wohl fest, dass die Musik nicht ganz deren Fall war (was mich anbelangt: 1. kann man sich so ziehmlich alles schön trinken und 2. macht auch die Gesellschaft einen wesentlichen Punkt aus...). Das kam mir allerdings sehr zu Gute, da mir eher nach Unterhaltung als nach Bewegung war. Also standen wir in der Eingangshalle um einen Tisch und haben uns unterhalten. Irgendwann kam ich mit meiner Gesprächspartnerin Ina darauf, dass ich es lustig finde, einfach mal wildfremd Leute zu umarmen. Mit ein bisschen Gedränge ihrerseits habe ich dass dann auch getan und schon bei der zweiten Person tatsächlich jemanden getroffen, den ich kenne. Wahrscheinlich sogar die einzige Person, die ich vor diesem Abend dort schon kannte...
Durch eine unglückliche Verkettung von Umständen (äh ... wie auch immer) stand ich jedoch einige Minuten später wieder gänzlich alleine da und schloss mich kurzerhand einer neuen Gruppe an. Diese Gruppe ist mir auch den Rest des Abends noch ein paar mal begegnet und ich habe mit diesen Leuten auch sozusagen den Abend beendet. Das muss ich jetzt jedoch schon noch ein bisschen ausführen:
Ich habe die Gruppe wiedergetroffen und mich dazugesetzt und mich noch nett mit einem Mädel unterhalten, welches derzeit ihre Diplomarbeit in Architektur schreibt ( - sie musste mir mehrfach sagen, dass es doch nicht angehen könne, dass sie so "betrunken" sei, wo sie doch unbedingt an ihrer Arbeit schreiben müsse - wofür sie aber auch noch zwei Monate Zeit habe). Als der Rest der Gruppe gehen und sie wieder ein wollte, kam es zu einer brenzligen Situation:
Vorab: Bei den Personen, die gehen wollten, handelte es sich um zwei Pärchen im Abitursalter. Der eine der beiden Jungen recht offen, der andere eher verschlossen; von den Mädchen weiss ich nicht so viel, da ich mich von denen eher ferngehalten habe, um keinen schlechten Eindruck zu machen. Diese vier Personen waren im Begriff zu gehen, um ihre Bahn zu bekommen.
[Jetzt die richtige Story:] Im Gehen wendet sich der zweite (der verschlossenere - ich nenn ihn jetzt mal 2) noch einmal um und teilt einem kleineren, aber durchaus kräftig gebauten Mitmenschen mit, dass dieser doch den Körperbau der anwesenden Damen nicht so offensichtlich begehren solle. (Der Wortlaut war natürlich anders, aber ihr wisst wohl, was ich meine, oder?) Dieser gab eine Erwiderung mit wenigen Worten und gab wenig später seinem Kumpel die eigene Bierflasche, um sich kampfbereit zu machen. Auch 2 wollte par tout nicht von seinem (auch physikalischen) Standpunkt weichen und die Anspannung stieg merklich.
Diesen Moment nutzte ich, um meiner Gesprächspartnerin mitzuteilen, sie könne sich doch jetzt nach drinnen begeben, da ihr eh bereits recht kalt war, während ich mich darin versuchen würde, die Situation zu deeskalieren. Ich bin also schnurstracks auf 2 zugegangen (der mir in dieser Situation eindeutig der unterlegene zu sein schien), habe seine Schultern gefasst, ihn gewendet und zum gehen angetrieben. Daraufhin habe ich auch seiner Freundin haptisch klar gemacht, dass es nicht weiter angebracht sei, am Ort zu verweilen. 2 jedoch schien (natürlich) mit dem Unbekannten noch nicht fertig zu sein und war nur schwer zu einer Bewegung weg von diesem Menschen in Gang zu setzen. Da er zuvor bereits mir gegenüber eine sehr ablehnende Haltung vertreten hatte, hatte ich nun sogar das Gefühl, er könne zunächst noch auf mich losgehen - jedoch zeigte er keine merklichen Äußerungen diesbezüglich. Jedoch gelang es im Endeffekt doch, ihn von der Situation zu lösen und heil und komplett an der Bahnstation anzukommen - ohne Verfolger. Dies wäre aber nicht ohne die engagierte Mithilfe seines Freundes möglich gewesen, wofür ich ihm meinen aufrichtigen Dank und Respekt aussprechen möchte!
Ich frage mich in angesicht dieser und einer ähnlichen Situation, in der ich vor kurzem war: Was soll das??
Sind wir als zivilisierte Rasse, wie wir uns gerne bezeichnen, nicht in der Lage einen Konflikt, der nur auf einem vermeintlich wahrgenommen Blick basiert, ebenso zivilisiert zu lösen? Also im besten Fall: Verbal? Ist unsere so genannte Ehre etwas so unantastbares, dass wir auch in einer aussichtslosen Situation und gegen vollkommen unbekannte Personen bereit sind, diese auf Leben und Tod zu verteidigen? Bei manchen Menschen scheint dies der Fall zu sein, ich jedoch gehöre nicht dazu.
... mir fällt dazu echt nicht mehr viel ein, aber vielleicht habt ihr ja noch ein paar Denkanstöße zu liefern ...
Alles in allem war das ein schöner Abend - auch mit diesem Ende! Ich denke, ich habe alles richtig gemacht, auch wenn mein Verhalten nicht bei allen richtig angekommen ist...
Vielen Dank für euer Interesse, bis bald
ich
Ich hatte einen wirklich schönen Abend. Heute. Also gestern. Freitag jedenfalls.
Nach einer kurzen Anfrage bei B war ich bei T und habe dort alt bekannte, verwandte, lange nicht gesehene und auch (vermeintlich) neue Leute getroffen. Das war schonmal wirklich schön. (Ich möchte jetzt nicht "nett" sagen, weil das gerne auch negativ aufgefasst wird, was es aber defakto nicht war)
Als in dieser Runde O B überredet hatte, wieder gen Heimat zu fahren, stellte ich fest, der letzte Gast unter den verbleibenden zu sein, und beschloss daher, mich O und B ein Stück weit anzuschließen und dann der Glocksee noch einen Besuch abzustatten. Ich musste dann zwar alleine dort hingehen, aber das sollte ja nicht das Problem darstellen!
Tatsächlich hat es auch von der entsprechenden Bahnstation aus keine hundert Meter gebraucht, dass ich mich bei einer Gruppe ins Gespräch einbinden konnte, um fortan bei dieser mitzugehen.
[Einschub: Manche Leute wissen ja, dass ich auch gerne mal neue Leute kennenlerne. So machte es - unter dem Vorsatz, eben jenes zu tun - auch nichts weiter aus, gänzlich alleine zu dieser Abendveranstaltung zu gehen.]
Als wir dann jedoch im Einzugsbereich des Eingangs ankamen, teilte ich meiner gefundenen Gruppe mit, dass ich mich nun wohl oder übel wieder von ihnen trennen müsse, da meine Barschaft nicht für den Einlass des Abends reiche. Daraufhin habe ich von diesen Menschen tatsächlich die fehlenden fünf halben Euros geschenkt bekommen, um weiter mitkommen zu können. ("Viel schöner als Gold!" ;) )
Drinnen stellte man wohl fest, dass die Musik nicht ganz deren Fall war (was mich anbelangt: 1. kann man sich so ziehmlich alles schön trinken und 2. macht auch die Gesellschaft einen wesentlichen Punkt aus...). Das kam mir allerdings sehr zu Gute, da mir eher nach Unterhaltung als nach Bewegung war. Also standen wir in der Eingangshalle um einen Tisch und haben uns unterhalten. Irgendwann kam ich mit meiner Gesprächspartnerin Ina darauf, dass ich es lustig finde, einfach mal wildfremd Leute zu umarmen. Mit ein bisschen Gedränge ihrerseits habe ich dass dann auch getan und schon bei der zweiten Person tatsächlich jemanden getroffen, den ich kenne. Wahrscheinlich sogar die einzige Person, die ich vor diesem Abend dort schon kannte...
Durch eine unglückliche Verkettung von Umständen (äh ... wie auch immer) stand ich jedoch einige Minuten später wieder gänzlich alleine da und schloss mich kurzerhand einer neuen Gruppe an. Diese Gruppe ist mir auch den Rest des Abends noch ein paar mal begegnet und ich habe mit diesen Leuten auch sozusagen den Abend beendet. Das muss ich jetzt jedoch schon noch ein bisschen ausführen:
Ich habe die Gruppe wiedergetroffen und mich dazugesetzt und mich noch nett mit einem Mädel unterhalten, welches derzeit ihre Diplomarbeit in Architektur schreibt ( - sie musste mir mehrfach sagen, dass es doch nicht angehen könne, dass sie so "betrunken" sei, wo sie doch unbedingt an ihrer Arbeit schreiben müsse - wofür sie aber auch noch zwei Monate Zeit habe). Als der Rest der Gruppe gehen und sie wieder ein wollte, kam es zu einer brenzligen Situation:
Vorab: Bei den Personen, die gehen wollten, handelte es sich um zwei Pärchen im Abitursalter. Der eine der beiden Jungen recht offen, der andere eher verschlossen; von den Mädchen weiss ich nicht so viel, da ich mich von denen eher ferngehalten habe, um keinen schlechten Eindruck zu machen. Diese vier Personen waren im Begriff zu gehen, um ihre Bahn zu bekommen.
[Jetzt die richtige Story:] Im Gehen wendet sich der zweite (der verschlossenere - ich nenn ihn jetzt mal 2) noch einmal um und teilt einem kleineren, aber durchaus kräftig gebauten Mitmenschen mit, dass dieser doch den Körperbau der anwesenden Damen nicht so offensichtlich begehren solle. (Der Wortlaut war natürlich anders, aber ihr wisst wohl, was ich meine, oder?) Dieser gab eine Erwiderung mit wenigen Worten und gab wenig später seinem Kumpel die eigene Bierflasche, um sich kampfbereit zu machen. Auch 2 wollte par tout nicht von seinem (auch physikalischen) Standpunkt weichen und die Anspannung stieg merklich.
Diesen Moment nutzte ich, um meiner Gesprächspartnerin mitzuteilen, sie könne sich doch jetzt nach drinnen begeben, da ihr eh bereits recht kalt war, während ich mich darin versuchen würde, die Situation zu deeskalieren. Ich bin also schnurstracks auf 2 zugegangen (der mir in dieser Situation eindeutig der unterlegene zu sein schien), habe seine Schultern gefasst, ihn gewendet und zum gehen angetrieben. Daraufhin habe ich auch seiner Freundin haptisch klar gemacht, dass es nicht weiter angebracht sei, am Ort zu verweilen. 2 jedoch schien (natürlich) mit dem Unbekannten noch nicht fertig zu sein und war nur schwer zu einer Bewegung weg von diesem Menschen in Gang zu setzen. Da er zuvor bereits mir gegenüber eine sehr ablehnende Haltung vertreten hatte, hatte ich nun sogar das Gefühl, er könne zunächst noch auf mich losgehen - jedoch zeigte er keine merklichen Äußerungen diesbezüglich. Jedoch gelang es im Endeffekt doch, ihn von der Situation zu lösen und heil und komplett an der Bahnstation anzukommen - ohne Verfolger. Dies wäre aber nicht ohne die engagierte Mithilfe seines Freundes möglich gewesen, wofür ich ihm meinen aufrichtigen Dank und Respekt aussprechen möchte!
Ich frage mich in angesicht dieser und einer ähnlichen Situation, in der ich vor kurzem war: Was soll das??
Sind wir als zivilisierte Rasse, wie wir uns gerne bezeichnen, nicht in der Lage einen Konflikt, der nur auf einem vermeintlich wahrgenommen Blick basiert, ebenso zivilisiert zu lösen? Also im besten Fall: Verbal? Ist unsere so genannte Ehre etwas so unantastbares, dass wir auch in einer aussichtslosen Situation und gegen vollkommen unbekannte Personen bereit sind, diese auf Leben und Tod zu verteidigen? Bei manchen Menschen scheint dies der Fall zu sein, ich jedoch gehöre nicht dazu.
... mir fällt dazu echt nicht mehr viel ein, aber vielleicht habt ihr ja noch ein paar Denkanstöße zu liefern ...
Alles in allem war das ein schöner Abend - auch mit diesem Ende! Ich denke, ich habe alles richtig gemacht, auch wenn mein Verhalten nicht bei allen richtig angekommen ist...
Vielen Dank für euer Interesse, bis bald
ich
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